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Meine Erinnerung an die Friedliche Revolution in Mecklenburg-Vorpommern

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in Mecklenburg-Vorpommern.

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Ihre Geschichten zu 1989

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KU aus Berlin# 114

KU aus Berlin

Friedliche Revolution vor 30 Jahren

„ Wir wohnten seinerzeit im westlichen Bezirk Berlin-Reinickendorf in der Einflugschneise des Flughafens Tegel.
Unser Einfamilienhaus lag an der Residenzstraße Ecke Markstraße. Am frühen Morgen des 10.11. war ein kalter, trockener Spätherbsttag. Wir erinnern uns noch an den Geruch der Braunkohlen-Briketts von den Ost-Berliner Ofenheizungen.
An diesem Morgen war aber vieles anders, insbesondere war die 4-spurige Residenzstraße voller Menschen mit gleichmässigem Gemurmel, ohne besonders laut zu sein.

In den Nachrichten hörten wir dann, dass am Abend vorher an der Bornheimer Brücke [Bornholmer Strasse, Red.] geöffnet worden sei. Dieses veranlasste meine Ehefrau zu dem Ausspruch: „Dann kommt bestimmt Karl-Heinz". Und so war es. Er kam zu Fuß aus Ost-Berlin mit einem Arbeitskollegen. Meine Ehefrau hatte schon ein gemeinsames Frühstück vorbereitet. Nun konnte Karl-Heinz, der die vergangene Nacht überhaupt nicht geschlafen hatte , erzählen, erzählen, erzählen. Meinerseits hatte ich über die ganzen Jahre, welche meine Frau und ich in West-Berlin gelebt haben, nie die Hoffnung aufgegeben, dass es zu einer Wiedervereinigung kommen wird. Wir konnten uns aber nie vorstellen, wann das sein könnte und wie das erfolgen würde. Die Freude war natürlich sehr groß und wir haben auf jedes Wort von Karl-Heinz und seinen Arbeitskollegen gehorcht. Manchmal waren meine Frau und ich mit den Gedanken über so viel Glück unseres Volkes abwesend und haben uns gegenseitig gekniffen, um sicher zu sein, dass es sich nicht um einen Traum handelt, sondern es sich um die Wirklichkeit handelt.

Wir haben gebetet, dass dieses Glück für die Deutschen nicht durch einen unbedachten Befehl oder unbedachten Schuss zunichte gemacht würde. Die Familie wurde immer größer, viele haben untereinander geheiratet und Kinder bekommen. Unser Wunsch war immer, dass wir in unserem Rentenalter nicht in der Großstadt wohnen bleiben wollen, weil wir in kleinen Dörfern in Niedersachsen aufgewachsen sind.Entsprechend haben wir uns nach Mecklenburg-Vorpommern orientiert und dort in einem ganz kleinen Dorf (ca. 300 Einwohner) ein neues Zuhause gefunden. In der Übergangsphase war ich in der Kanzlei in Berlin noch sporadisch tätig und bin dann von Berlin Reinickendorf wöchentlich einmal hin und einmal zurückgefahren. Im Nachhinein kann ich sagen, dass ca. um 1998/1999 in meinem Kopf nicht mehr der Gedanke war, dass ich von Berlin West durch die ehemalige DDR nach M-V fahre, sondern ich fahre in Deutschland von Ort zu Ort. Dieses Bewusstsein kam mir allerdings erst einige Jahre später.

Ich stamme als Vertriebener aus Schlesien und hatte in der ehemaligen DDR überhaupt keine Verwandten. Meine Ehefrau stammt aus Bad Suderode und hatte in der ehemaligen DDR viele, viele Verwandte. Soweit wir es überblicken können, sind alle Familien gewachsen, tüchtige Leute in ganz Deutschland verstreut. Hierüber freuen wir uns sehr und jeder sollte bemüht sein, dass dieses Geschenk, was uns seinerzeit durch die mutige DDR-Bevölkerung gemacht wurde, gepflegt und auf Dauer für alle erhalten bleiben kann.

Wir wünschen uns, dass andere Völker in anderer Situation dieses ebenso schaffen, und zwar ohne Waffen! “

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MR aus Gnoien# 113

MR aus Gnoien

Mauerfall und Westberlin

„Den 9. November verbrachte ich größtenteils mit meinen Eltern und meinem Bruder vor dem Fernseher. Das Bild im Westfernsehen war nicht gerade gut, aber man konnte das Wichtigste erkennen, auch wenn ich wahrscheinlich mit meinen 11 Jahren noch nicht alles richtig einordnen konnte. Bei meinen Eltern und in der Nachbarschaft reifte dann ziemlich schnell der Entschluss, das auch wir uns in den Westen aufmachen wollen. Am Samstag den 11. November war es dann soweit. Die Kinder schwänzten das erste Mal den Samstagsunterricht und wir fuhren mit einem Barkas (B 1000) und mehreren Kleinwagen nach Westberlin. Mit dabei war auch der heutige Bürgermeister von Gnoien mit seinen damals 12 Jahren. Ich kann mich noch gut an die zahlreichen LKW's erinnern, von denen Beutel mit Süßigkeiten und Obst verschenkt wurden. Wir Kinder durften immer an der Seite vorbei bis ganz nach vorne gehen und unsere Geschenke abholen. Davon haben wir natürlich mehrmals Gebrauch gemacht. “

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AW aus Schwerin# 112

AW aus Schwerin

Schulalltag im Umbruch

„Ich erinnere noch die Veränderungen in der Schule. Auf einmal gab es samstags keinen Unterricht mehr, meine Mutter hat mir dann verboten in die neuen Schulbücher zu schreiben, da diese auf einmal nur zu leihen waren und sehr viel Geld kosteten. Das neue, glänzende Papier habe ich noch vor Augen, auch die bunten Bilder. In der Schulkantine gab es das Essen dann auch auf einmal aus Assietten. Den Sportunterricht begannen wir aber weiterhin und dass noch viele Jahre mit einem kräftigen „Sport frei“. “

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DE aus Steinhagen# 111

DE aus Steinhagen

Ein großer Glücksfall für die Familie

„Ich erinnere mich sehr genau an diesen Tag. Es war der Vorabend des neunten Geburtstages meiner Tochter. Es war ohnehin eine turbulente Zeit – und zwar nicht nur an diesem Tag. Gefühlt lief bei uns das Radio seit der Grenzöffnung in Ungarn pausenlos. Westfernsehen gab es in Steinhagen leider nicht, aber der Empfang von RIAS, Deutschlandfunk und NDR war möglich. Zwischen dem Backen des Geburtstagskuchens und der Vorbereitung des Geburtstagsschmauses lief die Pressekonferenz mit Schabowski. In sprichwörtlich grenzenloser Freude lag ich mir mit meiner Frau in den Armen. Die Kinder haben zwar alles registriert, ahnten aber nichts von der Bedeutung. Meine Tochter lebt heute in München, der Sohn in Hamburg. Heute betrachtet sind wir auch familiär in Europa angekommen. Die Schwiegereltern meiner Tochter sind Spanier. Rückbetrachtet ist der 9. November ein großer Glücksfall für die Familie.“

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KS aus Schwerin# 110

KS aus Schwerin

Stille Post in der Disko

„Ich war im Backfischalter und deswegen auf der Pirsch. In einer Schweriner Disko erfuhren wir von der Grenzöffnung. Das lief wie stille Post, deswegen hat es auch keiner geglaubt. Als ich nach Hause kam, bestätigten meine Eltern das Gerücht. Direkt am nächsten Tag fuhren wir nach Lankow, da gab es in meiner Erinnerung so eine Art Übergangsausweis. Als wir die Ausweise hatten, fuhren wir nach Lübeck und haben Verwandte besucht. Meine Teenager-Erinnerung: irgendwie erschien der Westen bunter.“

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PS aus Waren (Müritz)# 109

PS aus Waren (Müritz)

Montagsdemos in Waren

„Wenn ich mich heute erinnern muss, kommen mir gewisse Zweifel auf, ob uns die friedliche Revolution eigentlich gelungen ist. Was mir noch heute bewusst ist, dass wir viel zu wenig Mut hatten, all die IM`s und falschen Propheten zum Teufel zu schicken. Ich weiß nicht was passiert wäre, wenn Herr Schabowski sich nicht diesen Lapsus erlaubt hätte. Unter den Demonstranten auch in der Kirche waren zu viele Wendehälse, die viele Jahre noch ihr Unwesen trieben. Namen sollen ja nicht genannt werden, aber ich kenne einige.“

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DK aus Kratzeburg# 108

DK aus Kratzeburg

Ich war 11 Jahre!

„Wahnsinn schon 30 Jahre her! Ich war 11 Jahre jung und erinnere mich, wie ich als kleiner Junge in den "Westen" reisen konnte. Von den 100 D-Mark haben meine Schwester und ich uns einen Walkman geteilt...“

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MK aus Wismar# 107

MK aus Wismar

Ich will aber gar nicht aus Wismar weg

„Eine detaillierte Erinnerung an die Friedliche Revolution habe ich nicht, ich wurde im Sommer 1989 eingeschult und hatte gerade ein blaues Halstuch und einen Jungpionier-Ausweis bekommen. Die Bedeutung davon konnte ich damals noch nicht verstehen.

Zwei Sachen sind mir aus dieser Zeit in Erinnerung geblieben. Einerseits der Mauerfall am 9. November, dieser Moment hat sich eingebrannt. Ich weiß noch genau wie unser ausziehbarer Küchentisch und das Küchenradio aussahen und sich anfühlten. Diese Erinnerung wird immer bleiben. “Ich will aber gar nicht aus Wismar weg”, das soll ich gesagt haben, hat mir meine Mutter erzählt. Wir hatten es damals auch nicht vor, aber es hat mich wohl beschäftigt. Andererseits erinnere ich den ersten Samstag nach dem Mauerfall: Eigentlich Schule, aber dieses Mal frei. Viele Trabis fuhren auf der B105 durch Wismar Richtung Westen. Dieser freie Samstag, der unnötige Schulweg, eigentlich nichts von Bedeutung, aber auch das bleibt und ist für mich mit dieser Zeit verbunden. Zum Weihnachtsmarkt ging es dann auch für uns das erste Mal nach Lübeck.

Rückblickend bin ich sehr dankbar, dass mein Halstuch durch den Herbst 1989 nie richtig zum Einsatz kam, auch wenn ich das erst als Jugendlicher erkennen und verstehen konnte. Als Wendekind war es eine Zeit des Umbruchs und die Friedliche Revolution war der Beginn davon. Die Freiheit von heute ist für uns selbstverständlich, vor 30 Jahren war sie es genau hier nicht. Auch das werde ich nie vergessen und meinen Söhnen versuchen mitzugeben. Der Große wird in 2 Jahren eingeschult und ich bin sehr froh, dass er dann kein staatlich verordnetes Halstuch erhält. “

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MG aus Ascheberg# 106

MG aus Ascheberg

Wo ist eigentlich Röbel?

„Ich kann mich an den Mauerfall nicht konkret erinnern - auch wenn mich schon als Kind die deutsche Teilung ziemlich umtrieb. Dass das eine Deutschland Deutschland sein sollte und das andere Deutschland eher wie Dänemark, das fand ich komisch. Meine erste echte Erinnerung ist, dass unser Klassenlehrer mit einem Stapel Briefe in die Klasse kam und für Brieffreundschaften in die schwindende DDR warb; Orte wie Röbel und Plau (an die Namen erinnere ich mich noch) schienen ungeheuer exotisch. Ein Schulfreund hatte damals dann eine recht rege Brieffreundschaft mit jemandem an der Seenplatte, dessen Eltern recht zügig eine Videothek eröffneten.“

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GD aus Wismar# 105

GD aus Wismar

Bei den Großeltern

„Meine Eltern verbrachten den 09. November 1989 anlässlich ihres traditionellen Kulturtages in Berlin. Deswegen blieben wir, das heißt meine Schwester und ich, den Tag bei meinen Großeltern. Die hatten am 09. November Verwandtschaft aus Lübeck zu Besuch. Am Tage schienen sich die Ereignisse zu überschlagen. Es herrschten gewisse Zweifel ob der positiven Nachrichten, die in Wismar die Runde machten. Meine Großeltern bestanden entgegen ihrer Überzeugung darauf, an diesem Tage nicht nur ARD und ZDF sondern doch auch mal die `Aktuelle Kamera´ zu gucken. Die sich widersprechenden Nachrichten aus Ost und West hatten endlich mal Ihr Gutes: ich durfte bis nach Mitternacht aufbleiben und die Entwicklungen beobachten.“

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EA aus Ducherow# 104

EA aus Ducherow

Erste Schritte in Westberlin

„Am Abend des 9. November geschah irgendwie alles ganz plötzlich, ich konnte das alles gar nicht glauben. Deswegen habe ich eine alte Schulfreundin in Berlin angerufen. Sie sagte, dass sie in wenigen Minuten nach Westberlin rübergehen wollten. Am nächsten Tag telefonierten wir wieder und sie sagte, dass sie tatsächlich auf dem Kudamm waren. Wir verabredeten uns für das kommende Wochenende und fuhren mit den Kindern nach Westberlin. Die ersten Schritte in Westberlin waren unsicher. Weiche Knie, leuchtende Straßenzüge und die Sorge, dass die Kinder in den in den für uns unvorstellbaren Menschenmassen verloren gehen könnten.“

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SE aus Schwerin# 103

SE aus Schwerin

Mauerfall und erste Fahrt in den Westen

„Ich war damals sieben Jahre alt. Am 9. November durfte ich etwas länger aufbleiben und die Ereignisse am Fernseher verfolgen. Die historische Dimension konnte ich als Kind natürlich noch nicht erahnen. Einige Tage später ging es mit unseren Nachbarn zum ersten Mal in den Westen. Vom Begrüßungsgeld gab es eine Kassette von Benjamin Blümchen. Besonders in Erinnerung sind mir die vielen Menschen geblieben, die uns Schokoriegel, Orangen und Bananen in den Trabbi gereicht haben.“

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GR aus Schwerin# 102

GR aus Schwerin

Erinnerung an den Herbst 1989

„Ab Sommer 1989 sah man im Westfernsehen, was wir ja in Schwerin zum Glück sehen konnten, wie sich alles in der DDR zuspitzte. Die über Ungarn flüchtenden oder die in den Botschaften auf ihre Ausreise harrenden Menschen waren auch ein Zeichen dafür. Für mich selber kam dieser Weg nicht in Frage, da unser zweites Kind gerade im September 1989 geboren war. Dennoch sprachen wir auf der Arbeit täglich über die Zukunft und über nötige Veränderungen. An den Demonstrationen, die nach Leipzig auch Schwerin erreichten, nahm ich natürlich teil. Dabei war auch immer eine Sorge, wie der Staat wohl darauf reagieren würde. Zum Glück waren die Menschen auf der Straße sehr viele und laut genug. Den 09.November kriegte ich erst morgens am Folgetag im Bus zur Arbeit mit. Es gab da nur ein Thema, was dann auch am ganzen Tag in dem Betrieb, wo ich arbeite, diskutiert wurde. Es war eigentlich unfassbar, was da geschehen war – die so bewachte Mauer und die hässliche Stacheldrahtgrenze waren auf einmal durchlässig. Die Freude in meiner Familie war riesig!.“

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CA aus Greifswald# 101

CA aus Greifswald

Krank im Bett

„Der 9. November 1989 war ein trüber Donnerstag. Erkältungsbedingt war ich seit mehreren Tagen von der Schulpflicht befreit. Ich erinnere, dass meine Mutter mich mit frischem Obst, in der DDR hieß das vor allem mit Äpfeln, aber auch zitronenextrakhaltigen Heißgetränken versorgte. Den 9. November verbrachte ich auf der elterlichen Couch vor einem RFT-Farbfernsehgerät. Es gab in meiner Heimatstadt damals seit einigen Monaten Westfernsehen; Jahre später erfuhr ich, dass die Apathie, mit der die DDR auf die mediale Westkonkurrenz reagierte ihr auch insofern nutzte, als das damit Fachkräfte aus dem Süden der DDR für einen Energiedienstleister meiner Heimatstadt begeistert werden sollten. Für mich hatte die „realsozialistische Arbeitsmarktpolitik“ eine exklusive Berichterstattung aus dem Privatfernsehen des Westens zur Folge. In meiner Erinnerung verhaftet geblieben ist das Lied „So ein Tag, so wunderschön wie heute“, Menschenmassen die Trabis umjubelten und das Brandenburger-Tor. Letzteres übrigens etwas zum Leidwesen meiner Eltern. Ich verbrauchte im Zuge meiner Rekonvaleszenz eine komplette Packung der in der DDR heißbegehrten Klebezettel aus dem Westen, indem ich sie mit Nachzeichnungen des Brandenburger-Tors versah und im gesamten Haus anbrachte.“

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